Büroexkursion Frankenschotter und Eichstätt
Bei unserer Büroexkursion am 20.07.2026 besuchten wir zunächst ein Werk von Franken-Schotter und den Steinbruch bei Wachenzell. Im Fokus standen hier die Gewinnung und bautechnische Aufbereitung von Jura-Kalkstein und Dolomit. Im Anschluss besichtigten wir die historische Altstadt von Eichstätt und analysierten unter anderem das architektonische Erbe des langjährigen Diözesanbaumeisters Karljosef Schattner. An Stationen wie der ehemaligen fürstbischöflichen Sommerresidenz, dem ehemaligen Waisenhaus oder dem Ulmer Hof wurde sein respektvoller Umgang mit dem Bestand bautechnisch greifbar. Die Exkursion lieferte uns wertvolle Impulse für das materialgerechte Planen und Bauen.
Lerchenauerfeld WA 6.1 und WA 6.2
Bauherr: Bayerische Hausbau
Architekten: 03Arch.
Fläche Freianlagen: 12.645 m²
Beauftragung: LPH 1 - 6
Planungszeitraum: 2023 – 2026
Realisierung: seit 2026
Die Außenanlagen des Wohnquartiers im Lerchenauerfeld bieten Raum für Begegnung, Erholung und Naturerleben – für alle Generationen. Die zentral gelegenen, grün geprägten Innenhöfe sind barrierefrei zugänglich und verbinden Spielflächen, Aufenthaltsbereiche und private Rückzugszonen. Baumgruppen bilden den Mittelpunkt, während artenreiche Bepflanzungen für Klimaresilienz und Biodiversität sorgen. Die integrierte Kita-Freifläche ist sicher abgegrenzt, bleibt aber gestalterisch Teil des Gesamtensembles.
Die Wohngassen laden als sozialer Begegnungsraum mit Sitzmöglichkeiten, Spielangeboten und Begrünung zum Verweilen ein. Hochwertige Materialien und ein nachhaltiges Regenwasserkonzept unterstreichen den ökologischen Anspruch.
Auf den gemeinschaftlich nutzbaren Dachflächen entstehen grüne Rückzugsorte mit Urban Gardening, Sitznischen und Lebensräumen für Insekten und Vögel. Weitere Dächer dienen der Energiegewinnung und Regenwasserrückhaltung. Private Dachterrassen bieten zusätzlichen Freiraum für die angrenzenden Wohnungen.
Im Übergang zum angrenzenden Park schafft ein bepflanzter Saum Rückzug und Verbindung zugleich – mit vielfältigen Angeboten im öffentlichen Grün direkt vor der Haustür.
Grundsteinlegung Werkswohnbebauung mit Kindertagesstätte Zschokkestraße
Bauherr: Stadtwerke München (+ benachbart ebm)
Architekten: ***+ Architekten
Fläche Freianlagen: 10.077 m2
Beauftragung: LPH 1- 8
Planungszeitraum: 2023 – 2026
Realisierung: seit 6/2026
Auf dem Areal eines ehemaligen Busdepots, das an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist, entstehen Werkswohnungen für die Mitarbeitenden der Stadtwerke München (SWM). Das Vorhaben bildet das erste Baufeld im Rahmen des Entwicklungsgebietes Bebauungsplan Nr. 2027 der Landeshauptstadt München.
Freiraumgestaltung und Übergänge
Die neuen Gebäude in Holz-Hybridbauweise werden von einer Freiflächengestaltung umgeben, die sich von rechtwinkligen Formen löst. Weiche Linien und fließende Übergänge prägen den Außenraum. Lediglich zum benachbarten öffentlichen Park hin markiert eine gebaute Kante die Grenze zum halböffentlichen Wohnumfeld. Auf private Gärten wird bewusst verzichtet; stattdessen stehen die Gemeinschaftsflächen im Innenhof sowie auf den Dächern allen Bewohnern gemeinschaftlich zur Verfügung.
Ökologie und Biodiversität
Die Außenanlagen sind darauf ausgelegt, ein wenig versiegeltes Wohnumfeld für alle Altersgruppen zu bieten. Bestandsmaterialien wie das Granitpflaster aus dem Bayrischen Wald werden wiederverwendet. Um gleichzeitig Lebensräume für die lokale Tierwelt zu schaffen, wird eine Pflanzung mit überwiegend heimischen, klimaresistenten Pflanzenarten etabliert, die durch Habitatbausteine wie Totholz und Lehmlinsen für Vögel und Insekten ergänzt wird.
Wege und Nutzungskonzept
Die Wegeführung integriert die erforderlichen Feuerwehrzufahrten. Nur in den barrierefreien Zuwegungen zu den Eingängen kommen geschnittene, ebene Oberflächen zum Einsatz, während die übrigen befestigten Flächen mit grünen Fugen versehen sind und fließend in die Pflanzflächen übergehen. Die skulpturalen Spielelemente für Kinder bestehen aus Holz und sind durch Strauchpflanzungen so abgeschirmt, sodass verschiedene Gruppen die Freiflächen unabhängig voneinander nutzen können.
Regenwassermanagement
Das Regenwasserkonzept sieht vor, Niederschläge auf zum Teil intensiv begrünten Retentionsdächern zurückzuhalten, um sie direkt der Vegetation zuzuführen. Für langanhaltende Trockenphasen sichert ein eigener Grundwasserbrunnen die Bewässerung der Pflanzen auf den Dächern und den unterbauten Bereichen.
zum Seitenanfang